Die Frau meiner Träume

Fotos: Sammlung Michael Krüger

Michael A. Krüger präsentiert an dieser Stelle zwei Übersichten und drei Bildbeispiele der Kinoaushangfotos zum farbigen Ufa-Revuefilm Die Frau meiner Träume (Regie: Georg Jacoby, Uraufführung: 25.08.1944, Berlin). In der Sammlung Krüger fehlen bislang die Aushangfotos Nr. 11 und Nr. 25. Wer diese Motive kennt und besitzt, wird gebeten, sich mit Michael Krüger in Verbindung zu setzen:
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Nach dem farbigen Erstling Frauen sind doch bessere Diplomaten vergingen zweieinhalb Jahre, bis das Gespann Marika Rökk / Georg Jacoby erneut einen abendfüllenden Agfacolor-Filmes drehen konnte. In Die Frau meiner Träume spielte Rökk den Revue-Star Julia Köster, die es auf der Flucht vor ihrem Theaterdirektor in ein abgelegenes Dorf in Kärnten verschlägt. Dort packt sie der Ehrgeiz, das Herz des verschlossenen Ingenieurs Peter (Wolfgang Lukschy) zu erobern. Bevor die beiden zueinander finden, kommt es noch zu einer spektakulären Aufführung von Kösters Revue, die den Titel des Films trägt.
Marika Rökk, die während der Dreharbeiten mit ihrer Tochter Gabriele (* 13.04.1944) schwanger war, empfand sich zu diesem Zeitpunkt allerdings keinesfalls als Traumfrau. In ihren Memoiren „Herz mit Paprika“ berichtete sie: „Täglich neun Monate lang übergab ich mich, fühlte ich mich zerschmettert. Keiner durfte mit Alkohol in meine Nähe kommen. Meine Augen bekamen rote Äderchen – eine kleine Katastrophe bei einem Farbfilm.“ (1) – Diese körperlichen Beeinträchtigungen taten dem Glanz der Hauptdarstellerin jedoch keinen Abbruch. Ihr Film entwickelte sich zu einem ungeheuren Publikumsmagneten, nachdem seine Uraufführung durch Nachdrehs hinausgezögert worden war. Angeblich soll auf Anweisung Goebbels‘ der spanische Tanz in der Schluss-Revue geändert worden sein, da der Propagandaminister ihn als „frivol“ empfunden habe: „So tanzt die deutsche Frau nicht!“ (2) Goebbels‘ Tagebücher bestätigen, dass der Film bei einer internen Vorführung am 15. Januar 1944 als „völlig danebengelungen“ bewertet wurde: „Er ist zu ordinär und zu plump in den Mitteln, als daß er feinere künstlerische Empfindungen ansprechen könnte.“ (3)
Dennoch hätten Rökk und Jacoby 1945 mit den Arbeiten an einem weiteren Revuefilm in Agfacolor beginnen sollen. Der mit phantastischen Elementen durchsetzte Stoff Die Puppe, für den Franz Grothe bereits die Musik komponiert hatte und Erich Kettelhut Kulissen errichtete, ging jedoch vor Kriegsende nicht mehr vor die Kameras.

Aushangfoto 21 zeigt die Szene, in der Julia auf offener Strecke aus ihrem Zug ausgestiegen ist und sich, nachdem der Zug weitergefahren ist, im Nachthemd und ohne Gepäck in einer einsamen Winterlandschaft wiederfindet.

Bei den jungen Ingenieuren Peter (Wolfgang Lukschy) und Erwin (Walter Müller) findet sie Unterschlupf. Während Erwin sofort von ihr angetan ist, zeigt Peter ihr die kalte Schulter, weil er mondäne Frauen nicht ausstehen kann.

Aus Marika Rökks Erinnerungen: „Der Schluß der großen Revueszene war ein Walzer. Bei Walzerklängen wurde immer besonders aufgedreht. Engelchen mit Goldhaaren strichen Harfen, Wolken wogten – zuerst natürlich immer im falschen Moment. Solche Szenen gingen nicht ohne etliche Proben und Wiederholungen.“ (4)

Quellennachweise:
(1) Rökk, Marika: Herz mit Paprika. Erinnerungen. München: Universitas 1993, S. 168.
(2) Rökk: Herz mit Paprika, S. 137.
(3) Eintrag vom 16.01.1944. (Die Tagebücher von Joseph Goebbels. Hrsg. von Elke Fröhlich. Teil II, Band 11, München: Saur 1994, S. 103.)
(4) Rökk: Herz mit Paprika, S. 170.