Das Bad auf der Tenne

Kinoaushangfotos zu „Das Bad auf der Tenne”

Fotos: Sammlung Michael A. Krüger

Michael A. Krüger präsentiert an dieser Stelle eine Übersicht und vier Bildbeispiele der Kinoaushangfotos zum ersten Tobis-Farbfilm Das Bad auf der Tenne (Regie: Volker von Collande, Uraufführung am 30. Juli 1943). In der Sammlung fehlen die Aushangfotos Nr. 15 und 19. Falls einer unserer Leser diese bislang unbekannten Motive besitzt, kontaktiere er Herrn Krüger bitte unter der Email-Adresse:

MAK1967 at gmx.de

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Das Bad auf der Tenne - Übersicht 1

Das Bad auf der Tenne - Übersicht 1

Das Bad auf der Tenne - Übersicht 2

Das Bad auf der Tenne - Übersicht 2

Die Dreharbeiten zu diesem dritten deutschen Farbspielfilm, der erst als vierter aufgeführt wurde (nach Josef von Bakys Münchhausen), begannen am 15. April 1942. „Nachdem die Atelieraufnahmen in Berlin beendet sind”, berichtete Hermann Hacker im Völkischen Beobachter, „hat die große Arbeitsgemeinschaft dieses Films Kisten und Koffer gepackt und steht jetzt mit der Kamera Andor von Barcy [Andor von Barsy] draußen in der sonnenhellen, bunten Welt des niederrheinischen Landes bei der uralten Herzogstadt Cleve, wo aus Mensch und Natur die satte, pralle Heiterkeit eines Ulenspiegel und die reife sinnliche Atmosphäre der großen Maler der Niederlande und Flanderns erwuchsen.” (1)

„Koloristische Zartheit kennzeichnet den Beginn dieses ansonsten prallen und keineswegs zimperlichen ‚Bades auf der Tenne‘”, urteilte ein Jahr später Lothar Papke in der Uraufführungsrezension und fasste die Handlung folgendermaßen zusammen: „Bevor nämlich gebadet wird, und zwar in mehr als ausreichender Weise, fährt der schniegelelegante Kaufmannsgeck aus Wien mit seinem mariatheresienhaften Landauer durch die niederrheinische Landschaft. Er singt sogar dabei, daß die Welt schön sei, obwohl das Grün der Wiesen, die Blüte der Blumen und der Wuchs der waschenden Mädchen am Strom es bildlich hinreichend beweisen. Dieser Reisende ist Richard Häußler mit dem Vorbild Ferdinand Marians. Vor Eleganz verwirrend, mit Perücke, Schnallen, seidenen Kratzfüßen und Handküssen, bricht er zur Rast ins derbe und gesunde Dorf Teerbrügg ein, nimmt Quartier beim Bürgermeister, dem dicken, klobig-verschmitzten, eßwütigen Will Dohm, und verzaubert mit den Mätzchen der sogenannten großen Welt die reizvolle und reizende Frau dieses Bürgermeisters, die keck-scharmante, keß-scheue Heli Finkenzeller. Er betört sie vor allem dadurch, daß er sich in ihrer Gegenwart von seinem Mohren ein Duftbad verabreichen läßt. Schwupp, schwupp – einige Flacontropfen ins heiße Wasser des zur vornehmen Reiseausstattung dazugehörigen Holztroges. Und in der Hoffnung, auf der Rückreise Erfolg zu haben, läßt er dem Frauchen die Badewanne da. [...] da der Gatte die Baderei als unmoralisch empfindet, darf seine Frau nur auf der Tenne in ihr hygienisches und erotisches Geschenk einsteigen. Alle Männer des Dorfes haben das in Kürze spitz – und wer verbrennt sich an den Ritzen dieser Scheune die Augen? – Die Männer. Natürlich. So daß schließlich durch die Baderei der Bürgermeisterin Revolution entsteht, der Sturm der Ehefrauen gegen ihre schaulustigen Ehegatten. [...] Doch es geht alles gut aus. Die Belehrungen für den Bürgermeister wie für die Bürgermeisterin erfolgen in so schlagender Vielzahl, daß auch die Rückkunft des Wiener Seidenherren belanglos bleibt. Man zieht sich auf die richtige Ehe zurück und die alten Sitten (ohne öffentliches Bad) – und der Perückenkaufmann zieht gut bewirtet, verständnisbereit und freundlich, ohne jedoch zum Zug gekommen zu sein, davon.” (2)

(1) Hermann Hacker: Bunte Welt am Niederrhein – bunter Film im Werden. Volker von Collande inszeniert “Das Bad auf der Tenne”. In: Völkischer Beobachter Nr. 197 vom 16.07.1942, S 6.

(2) Lothar Papke: Einfall mit Wiederholung. “Das Bad auf der Tenne” – Der erste Farbfilm der Tobis. In: Völkischer Beobachter Nr. 212 vom 31.07.1943, S. 8.

Aushangfoto Nr. 07: Will Dohm (Bürgermeister Hendrik) und Richard Häußler

Aushangfoto Nr. 07: Will Dohm (Bürgermeister Hendrik) und Richard Häußler

Aushangfoto Nr. 22: Das Dorf Teerbrügg, Bauten von Gabriel Pellon.

Aushangfoto Nr. 22: Das Dorf Teerbrügg, Bauten von Gabriel Pellon.

Aushangfoto Nr. 33: Marianne Simson (Nina), Will Dohm und Gisela von Collande (Stin)

Aushangfoto Nr. 33: Marianne Simson (Nina), Will Dohm und Gisela von Collande (Stin)

Aushangfoto Nr. 35: Die berühmte Nacktszene am Anfang, die alternativ in einer bekleideten Variante gedreht wurde.

Aushangfoto Nr. 35: Die berühmte Nacktszene am Anfang, die alternativ in einer bekleideten Variante gedreht wurde.