Monats-Archiv: Februar 2018

Neuigkeiten aus dem Archiv – 28.02.2018

Diese farbigen Schmalfilmaufnahmen halten Ereignisse des Jahres 1967 in Leipzig fest, angefangen mit einem Umzug, der ganz im Zeichen des Protestes gegen den Vietnamkrieg steht. Zahlreiche Vietnamesen nehmen daran teil; sie rufen zur „Solidarität mit Vietnam“ auf und fordern das Ende der „USA-Aggression“. Daneben sind ausländische Studenten des Herder-Instituts an der Karl-Marx-Universität Leipzig zu sehen. Die zweite Hälfte des Ausschnitts zeigt eine Gedächtnis-Stele mit Feuerschale, die an den Druck der ersten Ausgabe der „Iskra“ („Funke“) erinnert, der Exil-Zeitung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands, die im November 1900 unter Federführung Lenins in Leipzig aus der Taufe gehoben wurde. So lautet ein Propaganda-Slogan des SED-Regimes folgerichtig: „Der Funke wurde zur Flamme.“ Auf Bildern einer Kundgebung mit Vorbeimarsch der FDJ ist zuletzt an der Seite von Staatschef Walter Ulbricht Politbüro-Mitglied Erich Honecker zu sehen, der Ulbricht vier Jahre später beerben sollte.

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Neuigkeiten aus dem Archiv – 24.02.2018

[caption id="attachment_11120" align="aligncenter" width="600" caption="© ZDF"][/caption]

Am kommenden Dienstag, 27. Februar 2018, zeigt das ZDF um 20.15 Uhr die Dokumentation “Superbauten der Geschichte – Der Reichstag”.

Wie kaum ein anderes Gebäude verkörpert der Berliner Reichstag die Geschichte Deutschlands vom Kaiserreich bis heute. Vor allem ist er ein “Überlebenskünstler”. In Brand gesetzt, zerschossen und erobert, fast abgerissen, ummauert und verlassen, verhüllt und am Ende auferstanden wie Phönix aus der Asche, bildet er die Höhen und Tiefen deutscher Vergangenheit ab – und nicht nur der parlamentarischen. Er ist ein Zeuge guter und schlechter Zeiten, ein Ort der Wendepunkte deutscher Geschichte.
Im Kalten Krieg wurde der Reichstag zum Sinnbild des geteilten Deutschlands. Während der Wendezeit geriet er zum Schauplatz der Wiedervereinigung. Die Bilder von der bewegenden Einheitsfeier am 3. Oktober 1990 gingen um die Welt. Nach kunstvoller Verhüllung durch das Künstlerehepaar Christo und Jeanne-Claude und aufwändigem Umbau mitsamt neuer Kuppel durch den britischen Stararchitekten Lord Norman Foster wurde das Reichstagsgebäude nicht nur Sitz des Deutschen Bundestags, sondern auch Anziehungspunkt für mehr als eine Million Besucher jährlich.

Wir konnten zu dieser Produktion Material aus unserem Archiv beisteuern.

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Neuigkeiten aus dem Archiv – 22.02.2018

Berlin Johannisthal, September 1909: Der erste offiziell zugelassene Flughafen des Deutschen Reiches, damals noch Motorflugplatz Johannisthal-Adlershof genannt, nimmt seinen Betrieb auf. Bis zur kommerziellen internationalen Luftfahrt ist es noch ein weiter Weg; die Große Berliner Flugwoche, auf der sogenannte „Aviatiker“ aus Deutschland und dem Ausland miteinander in Wettstreit treten und ihr Können vorführen, ist jedoch von Anfang an ein Publikumsmagnet. Unser Film zeigt Aufnahmen einer solchen Flugschau in Johannisthal, auf der noch französische Flugpioniere die Szene beherrschen. Zu den Zuschauern gehört die damalige gesellschaftliche Prominenz der Reichshauptstadt.

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Neuigkeiten aus dem Archiv – 19.02.2018

Am 11. März 2018 findet um 15 Uhr im Österreichischen Filmmuseum die Veranstaltung “Aus der brauen Zeit – Filmdokumente zum NS-Alltag 1932–1941″ statt.

In der Veranstaltung präsentieren Ingo Zechner und Michael Loebenstein Aufnahmen von österreichischen und ausländischen Amateuren aus der „Anschluss”-Zeit und danach sowie Filme, in denen sich österreichische Nationalsozia listen ein dokumentarisches Monument setzten; darunter rare Aufnahmen der NSDAP-Filmstelle Wien von 1932/33 wie auch jüngst entdeckte Privatfilme eines hochrangigen Wiener „Parteigenossen” aus den ersten Kriegsjahren. Anschließend findet eine Diskussion mit den Gästen Kurt Bauer (Historiker), Rainer Hunger (Filmsammler und Historiker) und Hans Petschar (Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek) statt.

Wir steuern zu diesem Projekt Filmaufnahmen aus unserem Archiv bei. Interessierte sind herzlich eingeladen.

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Neuigkeiten aus dem Archiv – 16.02.2018

Am 28. Juli 1941 beging Günther Quandt (1881-1954) seinen sechzigsten Geburtstag. Quandt war Industrieller und seit 1937 „Wehrwirtschaftsführer“. Zwischen 1921 und 1929 war er in zweiter Ehe mit Magda Goebbels verheiratet, mit der er einen gemeinsamen Sohn hatte. Zur Feier seines sechzigsten Geburtstages entstand dieser Film, der zunächst einen Morgenempfang in der Villa des Industriellen zeigt. Anwesend sind hierbei u.a. Vertreter des 1899 gegründeten Batterien- und Akkumulatoren-Herstellers AFA (Accumulatoren Fabrik Aktiengesellschaft), an der Quandt die Aktienmehrheit hält und die zum Zeitpunkt der Aufnahmen einen wichtigen Zulieferer für die Rüstungsbetriebe darstellt. Das Geburtstagsständchen spielt eine Kapelle der Deutschen Arbeitsfront. Später schließt sich ein Festakt im Hotel Esplanade am Potsdamer Platz an, zu dem sich hochrangige Gratulanten aus Wirtschaft, Partei und Wehrmacht einfinden. Prominentester Gast ist Reichswirtschaftsminister Walther Funk, der die Festrede hält.

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Neuigkeiten aus dem Archiv – 15.02.2018

Durch die Vermittlung eines Freundes unserer Arbeit konnten wir in Süddeutschland sechs 8-mm-Filmrollen für unser Archiv übernehmen, die ein ehemaliger Oberstabsarzt der Wehrmacht gedreht hat.

Drei Rollen entstanden während des Westfeldzuges und der Besatzungszeit in den Niederlanden, die übrigen drei Rollen im Verlauf des Russlandfeldzuges. Die Gesamtlaufzeit liegt bei ca. 90 Minuten.

Da es sich um Aufnahmen eines ambitionierten Amateurfilmers handelt, sind Qualität und Auswahl der Motive hervorragend. Die Rollen werden derzeit in 2K abgetastet und anschließend verschriftet. Danach stehen sie für wissenschaftliche Forschungen und Dokumentarfilm-Produktionen zur Verfügung.

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Neuigkeiten aus dem Archiv – 13.02.2018

Im April erscheint beim Berliner be.bra verlag die 5-teilige DVD “Deutschland in Farbe 1933-1945″.

Der Autor und Regisseur Hermann Pölking entwirft in seiner fünfteiligen Dokumentation ein filmisches Mosaik deutschen Lebens, das Politik, Technik und Gesellschaft ebenso abbildet wie Freizeit, Kultur und Sport.
Von der Nord- und Ostseeküste bis zum Kamm der Alpen, vom Memelland bis zum Elsass, ja sogar bis zur Kalahari-Wüste in Namibia rollen mehr als 350 Filmquellen einen zeithistorischen Teppich deutscher Geschichte aus. Was in Schwarzweiß oft fremd und längst vergangen erscheint, entwickelt dabei in Farbe eine überraschende Eindringlichkeit und Gegenwärtigkeit.

Das historisches Filmmaterial stammt zu über 90% aus unserem Archiv.

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Neuigkeiten aus dem Archiv – 12.02.2018

Der „Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus“ – oder kurz: „Tag der Befreiung“ – wurde in der DDR seit 1950 als Gedenktag für die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 begangen. Von SED und Besatzungsmacht gelenkte Feierstunden und Kundgebungen wurden auf den Soldatenfriedhöfen der Roten Armee abgehalten – so auch im Thüringischen Pößneck, wo die hier vorgestellten Aufnahmen im Jahr 1955 entstanden. Neben der Heroisierung der sowjetischen Streitkräfte zeigen sie auch Sport- und Unterhaltungsangebote, darunter einen Rummelplatz mit allerlei militaristischen Angeboten für die Kleinsten, der sich aber vordergründig antimilitaristisch gibt: Als Schießbudenfigur fungiert die Karikatur eines adlig-preußischen Reaktionärs.

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Neuigkeiten aus dem Archiv – 09.02.2018

Als der US-amerikanische Präsident Ronald Reagan am 11. Juni 1982 zum Staatsbesuch in West-Berlin eintrifft, haben die Beziehungen zwischen den NATO- und den Warschauer-Pakt-Staaten einen Tiefpunkt erreicht. Aus Protest gegen die US-Rüstungspolitik gehen militante Demonstranten aus dem autonomen Spektrum gegen den von einem massiven Polizeiaufgebot begleiteten Reagan-Besuch auf die Straße und richten am Nollendorfplatz Verwüstungen an. In kurzen, aussagekräftigen Einstellungen hat ein West-Berliner Filmamateur den Einsatz der Polizei und deren Zusammenstöße mit linken Demonstranten vor der eigenen Wohnungstür dokumentiert – ebenso wie das Schlachtfeld auf dem Nollendorfplatz, Aufräumarbeiten und Anti-Reagan-Graffitis.

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Neuigkeiten aus dem Archiv – 07.02.2018

Der Suedkurier berichtet auf seiner Website über den den Villinger Fastnachtsfilm des Kulturfilmers Hubert Schonger. Der Artikel ist unter dem folgenden Link erreichbar: Suedkurier – Alter Fastnachtsfilm aus Villingen von 1928/29 aufgetaucht

Hubert Schonger war neben Hans Cürlis und Fritz Boehner der größte Kultur- und Naturfilm-Produzent der 30er und 40er Jahre. Unsere Agentur vertritt sowohl den filmischen Nachlass von Hubert Schonger als auch die Nachlässe von Hans Cürlis und Fritz Boehner.

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Neuigkeiten aus dem Archiv – 05.02.2018

Nachdem der Italien-Tourismus zunächst vor allem dem Großbürgertum in Deutschland vorbehalten war, gewinnt Italien als romantisch verklärtes Urlaubsland mit seinen besonderen Kultur- und Landschaftsattraktionen seit den 1920er Jahren auch bei der deutschen Mittelschicht an Bedeutung. Insbesondere Badeurlaube an der malerischen Küste Liguriens erfreuen sich steigender Beliebtheit. Unser Film zeigt neben typischen Reisezielen wie Mailand und Venedig auch Szenen vom alpinen Bergsteigen.

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Neuigkeiten aus dem Archiv – 02.02.2018

Brillante Farben weist dieser gut erhaltene Kodachrome-Schmalfilm auf, der seltene Aufnahmen aus dem Sudetenland enthält, genauer: aus der Kreisstadt Podersam (tschechisch: Podbořany). Eine Einstellung des im April 1940 entstandenen Familienfilms zeigt die Stadt im Flaggenschmuck. Im Hintergrund ist dabei die 1781 errichtete barocke Dekanalkirche St. Peter und Paul zu sehen.

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Neuigkeiten aus dem Archiv – 01.02.2018

Am 2. Februar berichtet das ZDF in der Sendung „aspekte“ über Erich Kästners „Geheimes Kriegstagebuch“, das in den Jahren 1941 bis 1945 entstanden ist.

Auch für diesen Beitrag konnten wir wieder umfangreiches Material aus unserem Archiv bereitstellen.

[caption id="attachment_11052" align="aligncenter" width="960" caption="Quelle: Atrium "][/caption]

Gibt es ein richtiges Leben im falschen? Am Ende seines Lebens, ausgebrannt und vom Alkohol gezeichnet, war sich Erich Kästner da nicht mehr so sicher. Während der Nazi-Zeit emigrierte er nicht wie viele seiner Künstler-Freunde, sondern blieb in Deutschland, obwohl offiziell mit einem Schreibverbot belegt. Nicht nur, weil er es nicht übers Herz brachte, seine geliebte Mutter im Stich zulassen, sondern vor allem, um später Zeugnis ablegen zu können, um den großen Roman über die Jahre der Nazi-Diktatur zu schreiben. Einen Roman, den er freilich nie beendet hat. Die Frage nach dem Warum könnte nun sein lange verschollenes Kriegstagebuch beantworten. Es ist – überspitzt formuliert – ein Dokument des künstlerischen Scheiterns und zeigt einen unverstellten Blick auf einen großen Moralisten, der den eignen moralischen Maßstäben nicht immer genügt. Gerade in Zeiten des erstarkenden Rechtspopulismus kann Kästners legendenumwittertes “Blaues Buch” den Nachgeborenen auch als Warnung dienen: Es reicht nicht, sich über die braunen Populisten lustig zu machen. Wer sie nicht frühzeitig und entschieden bekämpft, muss ihnen ohnmächtig in den Untergang folgen.

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