Wer war Hitler

Hitler – wie ihn seine Zeitgenossen sahen

Adolf Hitler als Gast bei der Hochzeit der Tochter des Staatsministers Dr. Otto Meißner © AKH

Die Welturaufführung der Festivalfassung von Wer war Hitler findet am Samstag, den 24. Juni 2027 beim Filmfest München 2017 (22. Juni bis 1. Juli 2017) im Audimax der HFF Hochschule Film Fernsehen, dem größten der drei Kinosäle der Münchener Hochschule, statt. Die Agentur Karl Höffkes lieferte für diesen Film nicht nur etwa 70 Prozent der Filmquellen, Karl Höffkes ist neben dem Produzenten Thorsten Pollfuß (Epoche Media) und dem Autor und Regisseur Hermann Pölking auch einer der ausführenden Produzenten der Kinodokumentation im Vertrieb der Edition Salzgeber.

Adolf Hitler beim Besuch eines Manövers © AKH


In den über 70 Jahren seit Hitlers Tod haben zahllose Bücher und TV-Dokumentationen versucht, sich dem Leben des Mannes aus Braunau in Oberösterreich anzunähern und das „Phänomen“ Adolf Hitler zu erklären. So aber ist seine Biografie noch nie erzählt worden: In Wer war Hitler von Hermann Pölking kommen ausschließlich Zeitgenossen und Hitler selbst zu Wort. Ihre Aussagen aus Tagebüchern, Briefen, Reden und Autobiographien werden mit neuem, weitgehend unveröffentlichtem Archivmaterial montiert. Eingesetzt werden ausschließlich Originalfilme – vor allem Amateuraufnahmen und zum Teil in Farbe – und wenige Fotografien, keine Interviews, keine nachgestellten Szenen, keine Erklär-Grafiken, keine technische Spielereien. In Wer war Hitler spiegelt sich Hitlers Leben und Wirken so auf einmalige Weise im Gesellschaftsbild der Jahre 1895 bis 1945. Die Kino-Dokumentarfilm der Epoche Media (Thorsten Pollfuß), weist in der filmischen Vermittlung von Zeitgeschichte so neue Wege.


Grundlage des Films war eine der umfangreichsten Archivrecherchen, die jemals für eine TV- oder Kino-Dokumentation betrieben wurden. Mehr als 120 Archive in 14 Ländern wurden ausgewertet, 850 Stunden Film gesichtet, über 100 Stunden 8mm-, 9,5mm-Pathé-, 16mm- oder 35mm-Filme neu in HD, 2k und 2,3k abgetastet, restauriert und technisch bearbeitet. Die meist tonlosen Filmquellen wurden originalgetreu nachvertont, um eine historisch adäquate Atmosphäre zu gewährleisten. Gesprochen werden die Zeugnisse von insgesamt 210 Sprecherinnen und Sprechern.

© Edition Salzgeber

Wer war Hitler kommt in zwei Fassungen im September 2017 ins Kino: In einer gut 3 Stunden 15 Minuten-Kinofassung, in der Hitlers Leben in 14 Kapiteln erzählt wird, und in einer gut 7½-stündigen Festivalfassung mit 17 Kapiteln. Es wurden zwei Originalfassungen produziert – eine deutsch- und eine englischsprachige.

Ein Zeit- und Gesellschaftspanorama
Zur Person Adolf Hitler gibt es bisher erstaunlicherweise nur zwei Kino-Dokumentarfilme. Und die letzte – „Hitler – Eine Karriere“ von Joachim Fest – stammt aus dem Jahr 1977! Vier Jahrzehnte nach Fests Film bietet Wer war Hitler einen neuen und zeitgemäßen kinematografischen Zugang. Wer war Hitler erklärt nicht, sondern liefert Informationen und Eindrücke zur Selbsterkenntnis, indem er Hitlers Leben und Wirken in ein umfangreiches Zeit- und Gesellschaftspanorama der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts einbettet. Der Film erzählt in 17 respektive 14 Kapiteln und einem Prolog weitgehend chronologisch das Leben Adolf Hitlers in Interaktion und Resonanz mit der österreichischen und deutschen Gesellschaft sowie den nationalen und internationalen politischen Strömungen und Ereignissen der Jahre 1895 bis 1945.

© AKH

Wer war Hitler unterscheidet sich von bisherigen Produktionen durch zwei besondere Merkmale: die Auswahl der Quellen und die Erzählweise. Normalerweise werden in Dokumentationen Archivmaterialien von Zeitzeugen oder vermeintlich allwissenden Experten eingeordnet und erklärt. Wer war Hitler verzichtet gänzlich auf derartige Interviews und Statements sowie weitgehend auf einen erklärenden Kommentar. Dieser wird nur sehr sparsam an ausgewählten Stellen eingesetzt, um maßgebliche Hintergrundfakten zu liefern. Ansonsten beschränkt sich der Film auf Originalzitate, Reden und Schriften (Tagebücher, Briefe, zeitgenössische Publizistik und autobiografische Erinnerungen) von Hitler und seinen unmittelbaren Zeitgenossen. Es blicken also nicht Andere retrospektiv auf damals, sondern die historischen Protagonisten kommen ausnahmslos selbst zu Wort. So ergibt sich für den Zuschauer ein unkommentiertes Zeitpanorama, das er sich selbst „erarbeiten“ kann. Der Film liefert ganz bewusst kein vorgefertigtes Bild.

Jüdische Bevölkerung in Mielau (Mlawa) © AKH

Es wird deutlich, was Hitler, seine Anhänger und Wähler, aber auch seine Gegner prägte und bewegte. Es sind Äußerungen von einfachen Leuten aus aller Welt ebenso wie von Vertretern der Eliten, Staatsmännern und Schlachtenlenkern, von Nationalsozialisten, Konservativen, Christdemokraten, Liberalen, Sozialdemokraten und Kommunisten. Ein Kaleidoskop aus Meinungen und Ansichten von Mitläufern, Profiteuren und Mittätern, von Opfern und Gegnern.

Die mannigfaltigen Zitate werden durch eine besondere Auswahl an Archivmaterialien unterlegt. Die meisten Dokumentationen zum Nationalsozialismus nutzen die immer gleichen, hinlänglich bekannten Szenen. Oft werden diese aber historisch problematisch verwendet, d.h. der Bildinhalt passt nicht (exakt) zu dem Zusammenhang, in den er gestellt wird. Viele der bekannten Quellen stammen zudem aus Wochenschauen oder ähnlichen Programmen, die Propaganda-Zwecke verfolgten, also eine ganz konkrete Funktion der Zuschauersteuerung bzw. –manipulation besaßen. Doch die Quellenlage hat sich in den letzten Jahren drastisch geändert: Heute sind eine Vielzahl von Materialien aus privaten und nicht-staatlichen Quellen verfügbar, ein beachtlicher Teil davon sogar in Farbe. Der Rückgriff auf diese Archive ermöglicht es uns, in Wer war Hitler ganz neue Perspektiven auf Hitler und seine Zeit präsentieren zu können.

Geschrieben von

Meine beiden großen Leidenschaften, die Geschichtswissenschaft und das Medium Film, zu verknüpfen und daraus mehr als ein Hobby zu machen, bestimmen mein Leben.

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