Über mich

Über mich - Foto von Karl Höffkes

Meine beiden großen Leidenschaften, die Geschichtswissenschaft und das Medium Film, zu verknüpfen und daraus mehr als ein Hobby zu machen, bestimmen mein Leben.

Geschichte war für mich immer eine Mischung aus wissenschaftlichem Studium, leidenschaftlichem Hobby und Schatzsuche. Meine Forschungsfelder sind daher bevorzugt Keller, Kammern und Dachböden. Ich suche seit vielen Jahren überall in der Welt verschüttete filmische Quellen unserer Geschichte und habe immer wieder das Glück gehabt, spektakuläre Aufnahmen zu finden.

Meine Suche konzentriert sich auf Filme, die Privatleute in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts insbesondere zwischen 1925 und 1946, gedreht haben, weil sie unverstellt die Wirklichkeit festhalten und nicht propagandistisch bestimmt sind. Natürlich zeigt jeder Film nur einen Ausschnitt aus der jeweiligen Zeit, aber viele verschiedene Filme zusammengestellt, ergeben ein Mosaik und erlauben uns Einblick in die Vergangenheit, den keine schriftliche Quelle ermöglicht.

Es hat viele Jahre gedauert, bis ich das Netzwerk aufgebaut habe, über das ich heute verfüge: ich treffe Erben privater Nachlässe, Sammler und Händler in aller Welt und wenn irgendwo ein bisher unbekannter Film auftaucht, erfahre ich in der Regel als erster davon.

Es sind nicht immer so spektakuläre Funde, wie die von Hermann Göring gedrehten Farbfilme, die ich nach jahrelanger Suche in den USA gefunden habe und die für die ZDF-Trilogie “Göring. Eine Karriere” ausgewertet wurden; dennoch ist jeder Fund wie eine Schatztruhe, die ich nach Jahrzehnten zum ersten Mal wieder öffnen darf.

Die eigentliche Arbeit beginnt aber erst, wenn die Filmrolle auf meinem Tisch liegt. Das Material muss gesichtet, gereinigt, digitalisiert und im Archiv katalogisiert werden, um es für Museen, Dokumentarfilmer und Sender nutzbar zu machen.

Die Arbeit zählt zu den spannendsten Augenblicken: jeder Film kann ein Schatz sein. Zwischen belanglosen Schwarz-Weiß-Aufnahmen finden sich immer wieder Farbsequenzen aus dem Krieg, von Paraden, Aufmärschen und Veranstaltungen, die jahrzehntelang im Verborgenen schlummerten: die Geschichte wird mit einem Schlag lebendig.

Viele Sender, Redaktionen und Dokumentarfilmer stehen in ständigem Kontakt mit mir, um zu erfahren, was ich Neues gefunden habe. Manche Filme werden mir zugeschickt, weil der Besitzer sie über seinen Tod hinaus wohlverwahrt wissen will; andere konnte ich erst nach vielen Jahren intensiver Gespräche erwerben.

Es gibt Bestände, von deren Existenz ich weiß, die aber von den Eigentümern noch unter Verschluss gehalten werden. Hier schlummern grandiose Schätze, die ich in den nächsten Jahren heben werde.